Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. September 2008 um 01:24 Uhr und wurde unter News abgelegt. Verfolge die neuesten Kommentare zu diesem Eintrag via RSS 2.0 feed. Du kannst eine Nachricht hinterlassen, oder einen trackback auf deine Seite setzen.


“Grüne Fee” legalisiert
«Grüne Fee» wird legalisiert Utl: Nationalrat folgt der Kleinen Kammer – Antrag auf Beibehaltung des Verbots ohne ChanceBern (AP) In der Schweiz wird die «Grüne Fee» legalisiert. Der Nationalrat ist am Montag der Kleinen Kammer gefolgt und hat die Bestimmungen zum Absinthverbot im Lebensmittelgesetz und im Gesetz über die gebrannten Wasser aufgehoben. In der Bundesverfassung war das Verbot schon früher gestrichen worden.
Mit der Aufhebung des Verbots soll der Wermut-Schnaps Absinth in Zukunft der Alkoholsteuer unterstellt werden. Daneben sind aber auch Grenzwerte vorgesehen, die den zulässigen Thujongehalt der «Grünen Fee» festlegen und sich dabei an internationalen Normen orientieren. Ein Antrag von Markus Wäfler (EDU/ZH), das Verbot nicht aufzuheben und damit einen Beitrag zur Eindämmung des Alkoholismus – namentlich auch bei Jugendlichen – zu leisten, blieb erfolglos. Der Nationalrat folgte praktisch einhellig der Kleinen Kammer und hiess die beiden Gesetzesänderungen mit 142 gegen 13 beziehungsweise 126 gegen elf Stimmen gut.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ständerat eine Initiative des inzwischen nicht wiedergewählten Standesvertreters Jean-Claude Cornu (FDP/FR) für eine Aufhebung des Absinth-Verbots überwiesen. Der Bundesrat seinerseits sprach sich einige Zeit später ebenfalls für eine Aufhebung des Verbots aus, warnte gleichzeitig aber vor einer Vermarktung der anishaltigen Spirituose als neues Modegetränk. Er bezeichnete es als entscheidend für die geplante Legalisierung der «Grünen Fee», dass mit einer Gleichstellung des Getränks auf die Stufe anderer Alkoholika auch die gleichen Ansprüche an Herstellung und Kontrolle gestellt werden könnten.
Zurzeit wird die illegale Absinth-Produktion, die sich in erster Linie auf die Anbaugebiete der Wermutpflanze im neuenburgischen Val-de-Travers konzentriert, auf rund 10.000 Liter pro Jahr geschätzt. Von einer Aufhebung des Verbots erhoffen sich die Politiker eine Möglichkeit für die örtlichen Landwirte, ihre Produktion weiter zu diversifizieren.
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